Webdevil@flickr

Kanada-Trip 31.08.2008 - 29.09.2008Schärli kocht GutIMG_3290Taufe Häfe-Zunft WebsiteNoche de los muertosSchärli kocht Gut XXISkiweekend St. Moritz 2007

Zwei Bibatzen für eine handvoll Pulverschnee

2 Bibatzen im Schnee

Wie jedes Jahr verbrachte der Webteufel wieder ein paar schöne Skitage in Silvaplana. Da sein treuer Begleiter Ursus Z. wegen eines Rückenproblems frühzeitig Forfait geben musste, sprang freundlicherweise Sven A. als Ersatzfahrer in die Bresche. Die alte GFA-Legende sorgte vor etlichen Jahren bereits als Skilehrer bei Conradin Cathomen für Furore und entpuppte sich als ideale Ergänzung. Einzig beim Vernichten von literweise Gerstensaft muss sich der gebürtige Reinacher noch etwas entwickeln.

Das Wetter bescherte uns am Montag einen wolkenlosen Himmel, der Schnee war griffig wie eine bayerische Wies'n-Bedienung und die Pisten leer wie unser Darm. Ideale Bedingungen also für einen Pow(d)er-Workshop auf den Latten. Den Morgen verbrachten wir auf dem Corvatsch und siedelten dann gegen Mittag auf die Corviglia um. Mit -26 Grad und einer steifen Bise wurden zwar extreme Ansprüche an unsere Körper gesetzt, das tolle Panorama und der Spass entschädigte jedoch für alle Strapazen.

Kein Wunder waren wir nach über 100 Kilometern Skiplausch und fast 8 Stunden Nonstop-Radien-ziehen so ziemlich am Ende und gingen nach einem feinen Znacht direkt ins Bett.

el ParadisoAuch der zweite Tag begann mit herrlichem Sonnenschein, und die Corviglia lud uns zum erneuten Tanze ein. Gegen Mittag zogen dann die ersten Wolken auf und wir liessen uns im «el Paradiso» nieder. Berühmt wurde dieses Pistenrestaurant durch seinen Weltrekord in der Herstellung der längsten Crèmeschnitte der Welt. So ein Stück kann man sich dann für schlappe CHF 18.– reinziehen. Auch die anderen Preise sind rekordverdächtig. So kostet eine Bratwurst «Rocco Siffredi Style» mit Bürli CHF 23.– und für CHF 24.– kann man sich den Gaumen an einer feinen Tom Kha Gai Suppe verbrennen. Aber was soll's? Wir sind in St. Moritz, Geiz ist hier alles andere als geil. Und so liessen wir es uns schmecken.

Am Nachmittag kündigte sich dann noch brisanter Besuch an: Michi «Vögi» Hoffschlag, die teutonische Skilegende mit dem Jacques-Cousteau-Gedenk-Ski-Overall stiess zu uns. Auch er war jahrelang in den Diensten der Laaxer Skischule und brachte so manchem Mädel nebst einem feuchten Zungenschlag, den Carvingschwung bei. Gemeinsam liessen wir es nochmals gehörig Krachen, bis uns Wetter und Schnee vollends zur Rückkehr zwangen.

Der Abend im Schnelldurchlauf: romantischer Spaziergang entlang des Silvaplanasees, Volksabstimmung, Verschiebung nach St. Moritz, Apéro im Cava, Kennenlernen zweier Katzen, Nageln, Verschiebung ins Stübli, Aufnahme von etlichen Alkoholikas (sämtliche Damen sattelten auf «Gschprötzte Wiiss süess» um), Zaubertrickli, Aufsuchen eines Taxis, Rückfahrt ins Julier Palace, Pizza-Bestellung, Essensaufnahme, Bierbestellung, Aufsuchen des Zimmers, Ende - Aus - Vorbei!

Der dritte Tag wurde im Gegensatz zu den vorangegangenen etwas gemächlicher in Angriff genommen. Gegen 10.30 Uhr waren Bi und Batz auf dem Corvatsch anzutreffen und zu einer ersten Abfahrt bereit. Die Sonne drückte nur schwach durch die Wolkendecke, die Piste war jedoch in einem fantastischen Zustand. Beim ersten Boxenstopp um die Mittagszeit gesellte sich dann auch noch unser «Dorftrottel» im hellblauen Willy-Bogner-Wohlfühl-Dress dazu und wir frönten dem Fekalhumor.

Erneut auf der Piste brachen wir kurzerhand sämtliche Geschwindigkeitsrekorde, zeigten den Deutschen, wie man Stirnbänder richtig anzieht und testeten die neuen Alinghi-Leichtmetall-Stöcke von Werner Heel. Nach einem Schlummi in der Hossa Bar, serviert von Alina im neckischen Streifenpulli, der ihren tollen Charakter so richtig zur Geltung brachte, gings dann talwärts in den Shuttlebus.

Sven im Spreizschritt

Zum Abendessen traf dann auch noch Manu ein, Höfis Neueroberung aus dem Zürcher Unterland. Sven und ich besuchten anschliessend noch den Diavortrag von Christian Keller, einem Extrembiker, der schon den Himalaya überquerte und in Pontresina im Sporthotel von seinen Abenteuern berichtete.

Zurück in St. Moritz gings nochmals ins Stübli, wo wir uns noch mit Luzi (ebenfalls ein ehemaliger Skirowdie aus Laax) zu einem Bierchen trafen. Mittlerweile gesellten sich auch Manu, Höfi und die Damen vom Vorabend dazu. Da der Qualm zu tränenden Augen führte und auch die Livemusik vom italienischen Dschingis Khan nicht unbedingt zum Verweilen einlud, verlagerten wir ins Diamond, einem Inn-Schuppen für eher jüngeres Publikum. Sven und ich kamen uns wie Grossväter vor, unsere weiblichen Begleiter jedoch zappelten auf ihren Stiefelchen rum wie zwei Wackeldackel im VW-Käfer. Nachdem auch die Oberarme von gewissen Leuten unseren Oberschenkelumfang übertrafen, verabschiedeten wir uns von den Wackeldamen und slideten mit dem Olympiafahrzeug nach Hause ins geliebte Julier Palace.

Der Abreisetag war wettertechnisch ideal gewählt. Bedeckter Himmel, leichtes Schneetreiben und im TV der Super-G der Herren aus Garmisch. Janka erwischte zwar keine optimale Fahrt, seit heute Freitag nach dem Sieg im Riesenslalom ist er jedoch Gesamtweltcupsieger!!! Das ist verdammi geil. Genau so geil waren auch die vier Tage im Schnee mit den Bibatzen und Bibatzinnen.

Bis nächstes Jahr!

Weitere illustre Bildli gibt's hier »

← zurück zur Übersichtsseite

Bibatzen

Allegra erstmal!

Kurz vorab: das war ja wirklich der Hammer! Lang ist's her, als ich zum letzten Mal so viele Kilometer mit einem Unterländer gemacht habe. Bei opti, also oberoptimalen Schneeverhältnissen und ein paar minimen Korrekturen in der typografischen Haltung (irgendwie war Bi so wie eine serifenbetonte Linear Antiqua unterwegs) haben wir die Pisten mit unseren Kanten aufs gröbste modifiziert. Bis heute sind auch die letzten Frostbeulen und das eingefrorene Lächeln jedoch geheilt.

Anbei ein paar kurze Erläuterungen zum gewohnt interessanten Webdevil-Berichtli:

Die Pisten waren leer wie unser Darm, heisst soviel wie: Bi verstand es tagtäglich um 7.15 Uhr, mir sämtliche Geschmacksnerven vor dem Frühstücksbüffet zu lähmen. Mehrere Anläufe, die Duftwolke aus dem Hotel zu bringen scheiterten. Unter „lüften“ verstand Bi, die Duftwolke nicht nur im Badezimmer, sondern auch im ganzen Hotelzimmer zu optimieren!

Nach dem Bi seine Tom Kha Gai-Suppe gegessen hatte und die Chillout-Piste runterbretterte, vergass er ein wichtiges Detail vom Wochenende etwas genauer zu beschreiben: Man stelle sich die Auf- und Zumachende Luke kurz vor dem Einstieg zum Sessellift vor. Wegen irgendwelchen lähmungserscheinungen oberhalb der Augenpartie hat sich Bi mit diese Luke konfrontiert wie damals Donghua Li am Pferd! Jedenfalls konnte er sich nach vielen Auffangversuchen am Boden liegend nicht mehr selbständig befreien und die Luke prätschte jedes Mal beim Auf- und Zumachen an Bi’s Hirnschale! Der Sessellift musste daraufhin den Betrieb für einen Moment einstellen und ich krümmte mich am Boden vor lachen. Göttlich!

Tags darauf, bei leichtem Schneeflöckeln und abwechselnden Sonnenstrahlen auf dem Corvatsch noch die Krönung: Meinereiner genoss und carvte in regelmässigen!!! Kurven die Piste herunter. Nichts böses ahnend und freudig auf dem Ski, wurde ich doch tatsächlich von einem hinterherfahrenden Skifahrer gerammt. Dieser flog dann an mir vorbei, riss einen hölzernen Pistenpfosten aus und kam im Tiefschnee ohne Ski zum Stillstand. Nach den Ausgrabungsarbeiten wurde mir klar, das kann nur Bi sein! Nebenbei: Das war dann schon der zweite Pistenpfosten der von Bi entwurzelt wurde in dieser Woche…die Dinger sind ja auch schlecht sichtbar (Neonorange auf weissem Hintergrund).

Einzelne unregelmässige Details werden auch hier nicht weiter erklärt. Die Tage waren einfach nur schön und ich habe mich auch als "Notnagel" extrem wohl gefühlt. Vielen Dank Bi, ich werde noch lange an den Erinnerungen zehren :-)!

Gratistipp: Wer sich in Essthemoritz bei Bogner was kaufen möchte, Bi hat bestimmt besondere Konditionen...

engraziel fetg!