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Zwei Bibatzen verpulvern den Schnee

Bibatzen im Schnee

Da Ursus Rex auch dieses Jahr infolge Weiterbildung nicht am Skiplausch der Brönznauer Origamigruppe teilnehmen konnte, sprang wie schon letztes Jahr Swiss Ski Legende Sven Arber in die Bresche.

Anreise

Die Hinfahrt verlief eigentlich wenig spektakulär bis uns auf der Autobahn ein Opelfahrer am überholen hindern wollte. Nach einem kleinem Tipp aufs Gas war das Problem erledigt, jedenfalls das mit dem Opel. Danach hatten wir ein Bergrennen gegen einen BMW 325ix. Da dieser Einheimisch und auch Erwachsen schien, nahmen wir es auf und genossen die Pferde unter der Haube. Auf weitere Ausführungen verzichte ich, soviel sei gesagt, das Heidiland-Sandwich wollte etliche Male meinen Magen verlassen. Der Spuk nahm dann auf der Julier-Passhöhe sein Ende und wir erreichten kurz nach 11 Uhr das Julier Palace.

Nach dem Willkommensdrink und der Einrichtung unserer Kommunikationsmittel machten wir uns auf nach St. Moritz, um das Engadiner Klima in uns aufzunehmen. Shopping bei Bogner und Intersport, Bier und Kartoffelsuppe im Hauser.
Der Abend ging dann eher gemütlich über die Bühne, Apéro an der Hotelbar, Znacht im Mulets und Schlummi bei Luzi, Seraina und Andri im 5. Stock eines MFH ohne Lift und Sauerstoffgerät.

Tag 2

Bereits um 8 Uhr standen die beiden Bibatzen an der Shuttlebus-Haltestelle und machten erste Dehnübungen. Leider war das frühe Aufstehen vergebens, denn der Bus zur Corvatsch-Gondel fuhr erst 20 Minuten später. Auch diese Wartezeit konnte mit Trash-Talk und flotten Sprüchen überbrückt werden und man erreichte wenig später gemeinsam mit dem Team Bogner - eine deutsche Skifamilie allsamt mit dem genau gleichen Bogner-Holzhelm ausgerüstet - die Corvatsch-Bahn.

Es wurde ein herrlicher Tag mit Hochgeschwindigkeitsabfahrten, Extrem-Talabfahrten bis die Schenkel brennen nach Sils und natürlich viel Gelächter. Z.B. der Typ auf Skies mit Nikotin-Saxophon, wo gibts denn sowas … ?

Auch ein kleiner Event durfte auch nicht fehlen: auf einer abgesperrten Strecke stand unten ein Geschwindigkeitsmesser, der unsere beiden Fahrten auswertete. Resultat: 1. Schärli 76.14 km/h, 2. Sven 74.99 km/h, 3. 8jähriges Mädchen 71.65 km/h. Dies wurde wenig später in der Hossa-Bar mit Apérol begossen, bis wir nach geschätzten 24 Gläser zusätzlich eine schnittige Brille bekamen.

Gestärkt durch diesen Teufelstrunk gings dann mit einheimischer Begleitung auf die Talabfahrt. Die beiden Skilehrer gingen ab wie Schmitts Katze, ohne einen einzigen Schwung an die Talstation, während sich der Herr Schär kurz nach einem Überholmanöver auf dem Kopf rutschend im Schnee wiederfand. Der soeben überholte Italo brachte mir artig die verlorene Skibrille und fragte, ob alles "tutto ok" sei. Bis auf einen schneegefüllten Helm gings mir gut, Helm sei Dank. Unten angekommen wurde ich natürlich von den beiden Ski-Maniacs mit schallendem Gelächter erwartet.

Zum Znacht gabs dann Pizza im Romantica, inkl. Kennenlernen der Familie Bossard aus dem Züribiet. Den Abschluss des Abends verbrachten wir im Püff (der Name ist dabei nicht Programm) mit Nageln und Töggele gegen die Eingeborenen.

3. Tag

Besser hätte der Tag nicht beginnen können. Nach der ersten Schuss- und anschliessenden Schlepplift-Fahrt stand uns plötzlich eine Gruppe Züzis in der Achtungstellung gegenüber, die dem Skifahrer mit der blauen Skihose die FIS-Regeln um den, ohne Helm geschützten Kopf, schmetterten … relativ baff nahm der Angeklagte diesen Redeschwall entgegen, bis wir dem Rudel mit einem cleveren Ablenkungsmanöver entkommen konnten.

Ziemlich angepisst machten wir uns dann auf die Hahnensee-Abfahrt, die uns den Wechsel vom Corvatsch auf die Corviglia-Schickimicki-Piste ermöglichte. Die Stimmung wurde auch nicht besser, als Sven noch den einzigen, im ganzen Engadin, herausragenden Stein erwischte, der einen A7-grossen Triangel in seinen Belag schnitt.

Die letzten Meter muss man dabei auf der Langlauf-Loipe überbrücken, was an diesem Sonntag ein einziger Spiessrutenlauf war, fand doch der "Chicken Run" - ein Frauenlanglaufrennen - statt.

Wieder auf dem Berg und einige Abfahrten später fanden wir uns im Paradiso ein, der Topadresse auf der Corviglia, mit einer Aussicht, dass dir die Tränen kommen. Diese kommen dir aber auch, wenn du die Speise- und Getränkekarte studierst. Wir entschieden uns für eine warme Schoggi (mit Sahne) und einem Corretto Grappa. Als mich dann die deutsche Bedienung noch fragte, ob ich den auch mit Sahne wolle, leuchtete meine Stirnnarbe wohl rot auf. Wenig später stand dann ein 3-dl-Becher Kafi mit Grappa vor mir, der mir langsam wieder die verloren gegangene Wangenröte zurückbrachte.

Per Hand-Schlepplift gings dann wieder zurück an den Sessellift, auf dem wir dann Bekanntschaft mit Pippi Langstrumpf in Begleitung von Herrn Nilsson und ihrer Nichte aus Puerto Rico machten, die verkleidet am "Chicken Run" teilnahm.

Auf der anschliessenden Abfahrt zeigten wir Inge Meisel dann noch den Weg nach Hause, verlegten frische Fliesen und spielten Forrest Gump nach. Sven brachte dann seine Latten noch dem bizarren Toni aus dem hiesigen Sportfachhandel.

Zum Znacht waren wir dann bei den Heimgartners im 5. Stock eingeladen (immer noch ohne Suaerstoffgerät), wo uns lecker Spaghetti Bolognese und Salat serviert wurden. Zum Dessert kamen dann noch weitere Nachbarn hoch, die Schmids aus dem Parterre, und mit Bündner Nusstorte und Vieille Prune überstand man auch den sonntäglichen SF1-Blockbuster "das grösste Schweizer Talent".

4. Tag

Mit 4 Eiern starteten wir in den nächsten Morgen. Trotz des Nebels, der den Corvatsch noch einhüllte, entschieden wir uns erneut für Top of Engadin. Da der glatte Toni, Svens Skies entgegen seiner Erwartungen nicht fertig brachte, musste er mit einer "Head-Ausführung für Meitlis" Vorlieb nehmen.

Da es mittlerweile Montag war, präsentierten sich die Pisten bis zur Mittagszeit fast menschenleer. Um unsere Fahrten mal zu analysieren, schaltete Sven die SUVA-App seines iPhones ein. Diese erwies sich jedoch als totaler Reinfall, denn sie riegelt bei 70 km/h ab und zeichnet nicht die von uns gefahrenen 100 km/h und gefühlten 200 km/h auf.

Nach einer weiteren Talabfahrt nach Sils, standen wir in der Gondel plötzlich einem kleinen italienischen Zwerg gegenüber, der trotz genügend Platz seinen Zwergenkörper rückwärts ins Gondelinnere bewegte. Sven wies in dann nett daraufhin, dass er ein Pajass sei. Dieser Ausdruck scheint auch in der italienischen Sprache bekannt zu sein, raunte ihm doch der Hobbit aus dem Friaul sogleich ein gehässiges "Stronzo" entegegen. Uns verriss es fast vor Lachen, vor allem, weil er sich kaum davon erholen konnte und immer wieder seinen bärtigen Gimmli-Kopf schüttelte.

Frisch gestärkt aus dem Alpetta, gesellte sich dann noch Simone zu uns. Als Einheimische beherrscht sie natürlich die langgezogenen Schwünge aufs Beste und verstand es, unser Tempo mitgehen zu können. Bei Fredi im Kuhstall gabs dann noch ein Kafi mit Schuss, bevor wir die finale Fahrt zur Talstation unter die Latten nahmen.

Das Abendessen orderten wir an diesem Abend ins Julier Palace, in Gesellschaft von Simone und ihrem Göttergatten. Die quasslige Ostdeutsche Bedienung brachten uns artig die gewünschte Rohfleischkost in Form von Rindstatar mit frischem Toast. Die angekündigte Schärfe musste jedoch mit Hilfe von Tabasco, Pfeffer und Salz selber hergestellt werden.
Nach einem Schlummi an der Bar neigte sich auch dieser Tag dem Ende entgegen.

Die Abreise

Für einmal machten wir uns erst gegen 8:30 auf, das Bett zu verlassen. Den Frühstückstisch verliessen wir als Scherbenhaufen - Sven liess seine Müesli-Schale fallen. Weinend winkte man uns nach, als wir den Audi wieder Richtung Julier steuerten. Die Strasse war fast autofrei, einzig einen Holländer mit seinem Rheuma-Chalet mussten wir überholen. In Tiefencastel jedoch schlugen wir einen Haken und fuhren Davos entgegen, um auf der Bolgen noch einen Kafi Sex geniessen zu können.

Dort angekommen überkamen uns jedoch bekannte Gefühle und wir zogen uns kurzerhand auf dem Parkplatz die Skiklamotten über, um auch dem Jakobshorn unsere Ehre zu erweisen. OK - ich gebe zu - bei mir brauchte es noch etwas Überredungskunst, kaum in der Gondel wich jedoch diese der Vorfreude auf einen weiteren Tag in der Carving-Haltung.

Es wurde auch hier wieder ein Hammertag, mit viel netteren Menschen als in Snob Moritz und angenehmeren Preisen für Food und Gesöff. Einzig die Schneequalität konnte nicht ganz mit dem Corvatsch mithalten.

Und so gingen auch diese Schneetage mit den beiden Polygrafen-Bibatzen zu Ende. Bedanken möchten wir uns bei den Heimgartners für die Gastfreundschaft, bei den Schmids für die nette Gesellschaft und bei der Firma Völkl für den RaceTiger SL.

Hammar gsi, viva la Grischa ond bes zom nöchschte Mou!

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